Seehotel Bader in Bobenheim-Roxheim

Für unsere Weihnachtsausgabe schauten wir über den Tellerrand hinaus und wurden am idyllischen Altrhein-arm in Bobenheim-Roxheim fündig. Dieses Mal entführen wir Sie in die Seestube im Seehotel Bader. Dorthin, wo Genuss und Gastlichkeit eine harmonische Liaison eingehen. Die Seestube verbindet regionale Küche mit einem eleganten Ambiente und einer Brise mediterraner Urlaubsstimmung. Wer hier einkehrt, fühlt sofort: Ent-schleunigung ist hier Teil des Konzepts. Genau der richtige Ort, um in dieser festlichen Zeit innezuhalten und sich ganz dem Genuss hinzugeben.

Zum Gastraum und Ambiente

Schon beim Eintreten spürt man die besondere Atmosphäre im Restaurant. Die großen Fenster erlauben einen weiten Blick über den See. Warme Farben, stimmungsvolle Lichter und leise Hintergrundmusik verbreiten ein angenehmes Gefühl von Ruhe, das sich sogleich auf die Gäste überträgt. Hier trifft stilvolle Gastlichkeit auf kreative Küche – frisch, regional und mit einem erlesenen Gespür für all das, was die jetzige Jahreszeit zu bieten hat. Die Seestube Bader zeigt sich als der Ort, an dem man für ein paar Stunden alles hinter sich lassen kann.

Zum Service

In der Seestube Bader wird Gastfreundschaft gelebt. Der Empfang ist herzlich, ohne aufgesetzt zu wirken, genau die richtige Mischung aus Professionalität und Wärme. Man fühlt sich sofort willkommen, ganz gleich, ob man zum Dinner zu zweit kommt oder einen besonderen Abend mit der Familie genießen möchte.

Das Serviceteam agiert ruhig und aufmerksam, immer präsent, aber nie aufdringlich. Bestellungen werden mit einem freundlichen Lächeln aufgenommen, Wünsche werden verstanden. All das geschieht mit einer Selbstverständlichkeit, die selten geworden ist. Und genau das macht den Unterschied an einem Abend, an dem man nichts weiter möchte, als ankommen und genießen.

Zur Karte

Die Speisekarte in der Seestube Bader zeigt auf den ersten Blick, dass hier Qualität über Quantität steht. Neben der festen Hauptkarte gibt es eine wechselnde Tageskarte mit rund acht Gerichten ideal, um regelmäßig neue Kreationen zu entdecken.

Die Hauptkarte selbst ist bewusst überschaubar gehalten und sorgfältig zusammengestellt. Fünf Vorspeisen, zwei Suppen, sechs Fleischgerichte, drei Fischgerichte sowie jeweils zwei vegetarische und zwei vegane Optionen stehen zur Auswahl. Zum Abschluss werden vier köstliche Dessertvariationen angeboten. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei, ohne den Gast zu überfordern. Saisonale Produkte, regionale Bezüge und moderne Kombinationen sorgen für Abwechslung, ohne das Konzept zu überladen. Jedes Gericht wirkt durchdacht, die Auswahl ausgewogen. So, wie man es sich in einem Haus wünscht, das Wert auf Frische und handwerkliche Kochkunst legt.

Zur Getränkeauswahl

Auch bei der Getränkeauswahl zeigt sich die Seestube Bader von ihrer besten Seite. Die Weinkarte lässt keine Wünsche offen. Vom spritzigen Winzersekt bis zum edlen Champagner findet sich hier für jeden Anlass und Geschmack das passende Getränk. Im offenen Ausschank stehen zehn verschiedene Weißweine, vier Weißherbst- und Rosé- sowie sieben Rotweine zur Wahl. Wer sich lieber für eine Flasche entscheidet, darf sich über ein noch größeres Angebot freuen. Vierzehn Weißweine, ein eleganter Weißburgunder und neun ausgesuchte Spitzen-Rotweine stehen bereit. Eine Auswahl, die mit Liebe und Sachverstand getroffen wurde. Sehr deutlich spürt man die Nähe zur Pfalz. Weinfreunde werden sich hier wie im Paradies fühlen.

Zum Auftakt unseres Abends wählten wir einen Martini Bianco für je 4,60 € als Aperitif. Klassisch, elegant und perfekt temperiert serviert. Begleitet wurde das Menü von einer Flasche Mineralwasser Medium für 6,90 €.

Zur Vorspeise

Noch bevor die Vorspeisen serviert wurden, überraschte uns die Küche mit einem kleinen Gruß des Hauses. Die feine Schweinesülze mit Essig-Senf-Marinade und frischem Baguette war ein interessanter Genuss, gut abgeschmeckt, die Lust auf mehr erzeugte.

Zur Vorspeise entschieden wir uns einmal für die Rinderkraftbrühe mit hausgemachten „Maultäschle“ für 8 € sowie den gratinierten Ziegenkäse mit Apfel, Thymian und Salatbukett für 13,80 €.

Die Rinderkraftbrühe, garniert mit frischen, bissfesten Julienne und etwas Petersilie, war geschmacklich solide, wenn auch für unseren Gaumen etwas zu dezent gewürzt. Ein Hauch mehr Salz hätte ihr gutgetan. Die drei hausgemachten „Maultäschle“ hingegen überzeugten mit einer harmonischen Füllung aus Kalb- und Rindfleisch, zart im Biss und sichtlich mit handwerklichem Können gefertigt.

Der mit Honig karamellisierte Ziegenkäse präsentierte sich als rundum stimmiges Ensemble. Lauwarm, cremig und mit feiner Süße, die perfekt mit den Apfelspalten und dem aromatischen Thymian harmonierte. Ein kulinarisches Dreamteam. Das dazu gereichte Salatbukett war frisch und knackig, hier bildete das leicht säuerlich abgeschmeckte Dressing den idealen Gegenspieler.

Zum Hauptgang

Wir entschieden uns für zwei Klassiker der Seestube, einmal die Rinderbäckchen mit Kartoffelpüree und Rotkohl für 29,90 € sowie den „Pfälzer Teller“ für 19,50 €.

Die Rinderbäckchen erwiesen sich als echtes Highlight des Abends. Das Fleisch war so zart, dass es bereits beim ersten Bissen förmlich auf der Zunge schmolz. Hier wurde mit Zeit, Geduld und niedriger Temperatur gearbeitet. Die Portwein-Jus war angenehm sämig, tief im Aroma und perfekt eingekocht. Eine ideale Begleitung, die das Gericht rund macht, ohne es zu erschlagen.

Auch das Kartoffelpüree überzeugte auf ganzer Linie. Cremig, samtig und toll abgeschmeckt. Zusammen mit dem leicht süßlichen Rotkohl, der eine feine winterliche Note verströmte, entstand eine harmonische Kombination, die schmeckt. Ein klassisches Gericht, handwerklich hervorragend umgesetzt.

Der Pfälzer Teller präsentierte sich typisch regional und solide. Ein schöner Kontrast zu den eleganten Rinderbäckchen und ein Gruß aus der Pfalz für alle, die es herzhaft mögen. Darauf waren ein Saumagen, ein fluffiger Leberknödel mit geschmorten Rotweinzwiebeln, eine Bratwurst, knusprige Bratkartoffeln und Sauerkraut mit feinen Speckwürfeln wirkungsvoll platziert. Die leckere dunkelbraune Soße rundete das Gericht perfekt ab.

Geschmacklich überzeugte jede Komponente für sich. Der Saumagen war aromatisch und saftig, der Leberknödel angenehm weich mit dieser typischen, leicht würzigen Note, die durch die süßlich-geschmorten Rotweinzwiebeln wunderbar ausbalanciert wurde. Die Bratwurst brachte eine feine Herzhaftigkeit mit ein, während die Bratkartoffeln mit ihrer goldenen Knusperkruste besonders gelungen waren. Das Sauerkraut zeigte sich traditionell, leicht säuerlich und durch die Speckwürfel schön rund im Geschmack.

Insgesamt bietet der Pfälzer Teller ein authentisches und reichhaltiges Stück Heimatküche. Solide gekocht, ehrlich im Geschmack und großzügig portioniert. Ein Gericht, das hält, was es verspricht: bodenständig, sättigend und mit Liebe zur Region zubereitet.

Zur Weinbegleitung

Zur Begleitung unserer Hauptgänge entschieden wir uns für zwei sehr unterschiedliche, aber jeweils hervorragend passende Weine.

Zum „Pfälzer Teller“ wählten wir den „Ruppertsberger Reiterpfad Riesling Kabinett“ feinherb für 6,60 €/0,25l.

Der Riesling zeigte sich im Glas mit einem frischen, fruchtbetonten Bukett. Aromen von grünen Äpfeln, Zitrus und einer feinen Pfirsichnote, begleitet von einem Hauch mineralischer Frische. Am Gaumen leichte Säure und eine dezente Süße, die dem Wein seine Feinherbheit verleiht. Genau diese Balance machte ihn zur idealen Ergänzung zum herzhaften Pfälzer Teller.

Zu  den  Rinderbäckchen  entschieden  wir  uns  für  den „Incognito“ – eine Cuvée aus dem Holzfass vom Weingut Kuhn in Laumersheim für 10,20/0,25l.

Im Bukett präsentierte sich der Wein vielschichtig. Reife Beeren, etwas Pflaume, feine Röstaromen vom Holzfass, ein Hauch Vanille und eine leichte Würze. Am Gaumen kraftvoll, aber elegant, mit gut eingebundenen Tanninen und einem runden, fast samtigen Abgang. Der perfekte Partner für die zarten Rinderbäckchen.

Zum Dessert

Zum Abschluss entschieden wir uns für eine Crème brûlée mit Erdbeersorbet für 10,50 €. Ein Klassiker, der den Abend elegant abrunden sollte. Leider konnte das Dessert an diesem Punkt nicht ganz mit dem Niveau der vorherigen Gänge mithalten.

Die Crème brûlée war geschmacklich angenehm, jedoch deutlich zu flüssig in der Konsistenz. Das kann passieren, wenn die Creme zu kurz stockt oder beim Wasserbad die Temperatur nicht gleichmäßig gehalten wird. Auch die typische, knackige Zuckerkruste fehlte. Sie war eher weich, vermutlich weil der karamellisierte Zucker nicht ausreichend Zeit hatte, auszuhärten, oder zu warm serviert wurde. Das Erdbeersorbet war einwandfrei, mit feiner Textur und fruchtintensiver Erdbeernote. Die Komponenten sind grundsätzlich gut gewählt, ein paar kleine Justierungen würden das Dessert jedoch auf das Niveau heben, das man von der Seestube Bader gewohnt ist.

Text: Daniela Ringe
Bilder: Stocké Werbeagentur, Daniela Ringe

Peterstraße 30
67240 Bobenheim-Roxheim
Telefon 06239 3137

seehotelbader@t-online.de
https://seehotelbader.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag 11:30–22:30 Uhr
(Küchenzeiten 11:30–14:00 Uhr und 17:30–21:00 Uhr)
Sonntag und Montag Ruhetag