Wonnegauer Magazin 9 Was sie verbindet, ist weniger eine große Philosophie als eine ziemlich praktische Vorstellung davon, wie Wein sein sollte: sorgfältig gemacht, klar in seiner Herkunft – und trotzdem etwas, über das man sich freuen darf, ohne vorher ein Weinlexikon gelesen zu haben. Bio-Weine · mehrfach ausgezeichnet! Bio. Vegan. Und manchmal ziemlich genau nachgemessen. Seit 2019 werden die Rebflächen ökologisch bewirtschaftet. Mit der Ernte 2022 kamen nach der vorgeschriebenen Umstellungszeit die ersten zertifizierten Bio-Weine auf die Flasche; die Kontrollstelle ist DE-ÖKO-022. Alle Cisterzienser Weine sind vegan. Und weil für manche Weinfreunde noch eine andere Information wichtig ist, lässt das Weingut bei vielen Weinen zusätzlich den Histamingehalt untersuchen. Bei fast allen Weißweinen und allen Rosés liegt der analysierte Wert unter 0,25 mg/l; auch beim Tagwerk Rot trocken wird dieser Wert erreicht. Keine große Geschichte darum – aber eine konkrete Information für diejenigen, die danach suchen. Vom unkomplizierten Gutswein bis zum Morstein Seit 2021 ist das Sortiment nach Herkunft gegliedert: Gutswein, Ortswein, Lagenwein. Die Gutsweine sind die unkomplizierten Begleiter für ziemlich viele Gelegenheiten. Bei den Ortsweinen tritt die Herkunft stärker nach vorn, und bei den Lagenweinen geht es ganz konkret um einzelne Weinberge und das, was ihre Böden im Wein hinterlassen. Da wäre zum Beispiel der Westhofener Morstein. Bereits 1282 wurde die Lage im Zusammenhang mit einer Schenkung an die Zisterzienser erwähnt. Heute wächst dort der Riesling des Weinguts – mineralisch, klar und mit einer fast salzigen Art. Oder der Frühburgunder, eine Rebsorte, die man längst nicht überall findet. Daneben stehen Klassiker wie Grauburgunder und Weißburgunder, Rotweine wie Spätburgunder und Merlot – und immer wieder Weine, bei denen die Michels ausprobieren, was möglich ist. 2026: ein ziemlich gutes Jahr für die Urkundenwand Natürlich freut man sich in einem Weingut, wenn nicht nur die eigenen Gäste sagen, dass ihnen die Weine schmecken. 2026 kam davon gleich einiges zusammen. Bei der Berliner Wein Trophy wurde das Cisterzienser Weingut als „Bester Produzent Bio-Wein Deutschland“ ausgezeichnet. Bei der AWC Vienna gewann der 2022er Merlot seine Kategorie. Und beim Lagen-CUP der GOURMETWELTEN folgte Ende August die nächste Überraschung: Das Cisterzienser Weingut wurde zur „Entdeckung des Jahres“ gekürt. Der Grauburgunder Maßwerk landete mit 93,5 Punkten weit vorne im Feld, auch der Riesling Morstein überzeugte die Jury. Das alles darf einen freuen. Es ändert aber nichts daran, wie Wein im Weingut am liebsten vermittelt wird: ohne große Ehrfurchtsübung. Ausgezeichnet. Aber nicht abgehoben. Das trifft es eigentlich ganz gut. Wer diese Aussage lieber selbst überprüfen und dabei erleben möchte, wie der November leuchtet, bekommt Mitte des Monats Gelegenheit dazu. Vom 13. bis 15. November finden die Cisterzienser November Lights statt. Und weil November auch schöner geht als grau, lautet das Motto: „Es glüht im Grau.“ Freitags beginnt das Wochenende mit dem Vorfreu-Freitag: Im leuchtenden Weingutshof wird bei Glühwein, Wildbratwurst und einer vegetarisch-veganen Suppe die Glühweinsaison eröffnet. Samstag und Sonntag stehen dann Wein und entspanntes Vorweihnachts-Shopping im Mittelpunkt. Das CisterzienserSortiment kann probiert werden, dazu öffnet das Weingut einen gereiften Schatz aus dem Privatkeller. Kunsthandwerk, Geschenkideen, Glühwein, Kaffee, Kuchen und etwas kräftig Wärmendes gehören ebenfalls dazu. Man kann also wegen des Weins kommen. Wegen eines Weihnachtsgeschenks. Wegen des Glühweins. Oder einfach, weil ein leuchtender Weingutshof mitten im November ein ziemlich guter Ort sein kann. y Text: Anne Michel Lagen-CUP 2026 Entdeckung des Jahres Cisterzienser Weingut Vienna, 2026 MICHAEL EDLMOSER DIRECTOR OF AWC VIENNA 2026 CISTERZIENSER WEINGUT Germany Bild: © Timo Volz
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