Wonnegauer Magazin 27 Im Hintergrund: drei Säulen für die SAPV Rheinhessen/Pfalz Die heutige Struktur der SAPV Rheinhessen/Pfalz ruht auf drei miteinander verbundenen Säulen. Der Verein zur Förderung der ambulanten Palliativversorgung Rheinhessen/Pfalz e. V. hat die spezialisierte ambulante Palliativversorgung in der Region über viele Jahre aufgebaut und geprägt. Seit dem 1. Januar 2026 erfolgt die konkrete palliativmedizinische und -pflegerische Versorgung über die SAPV Rheinhessen/Pfalz gGmbH. Als dritte Säule kommt die Stiftung für spezialisierte ambulante Palliativversorgung Rheinhessen/Pfalz, die sich derzeit in Gründung befindet, hinzu. Sie soll dazu beitragen, die Palliativversorgung in Rheinhessen und der Pfalz langfristig zu fördern, weiterzuentwickeln und für die Zukunft zu sichern. Im Mittelpunkt dieser Strukturen steht jedoch immer derselbe Mensch: die Patientin oder der Patient, der möglichst dort bleiben möchte, wo das eigene Leben zu Hause ist. „Die eigenen vier Wände sind ein Stück Lebensgeschichte“ Auch Daniela Ringe, Herausgeberin des Wonnegauer Magazins, sieht in dieser Möglichkeit einen besonderen gesellschaftlichen Wert: „Die eigenen vier Wände sind für viele Menschen weit mehr als ein Wohnort. Sie sind ein Stück Lebensgeschichte, bedeuten Vertrautheit, Sicherheit und Geborgenheit. Dass unser Gesundheitswesen und unsere Gesellschaft Strukturen ermöglichen, durch die schwerstkranke Menschen „Das vertraute Zuhause kann auch bei einer weit fortgeschrittenen Erkrankung ein guter und sicherer Ort bleiben, wenn die medizinische und pflegerische Versorgung auf die besondere Situation des einzelnen Menschen abgestimmt ist.“ Dr. med. Dr. rer. nat. Oswald Burkhard, Geschäftsführer der SAPV Rheinhessen/Pfalz gGmbH – medizinische Verantwortung „Deham is deham“ Gastkommentar von Dr. jur. Angela Scheugenpflug, Mitglied des Stiftungsvorstands „Home is where the heart is“, sagen die Engländer. Bei uns in Rheinhessen kann man es viel einfacher ausdrücken: „Deham is deham.“ Ich finde, in diesen drei kleinen Worten steckt erstaunlich viel. Zu Hause ist eben nicht nur das Haus oder die Wohnung, in der wir leben. Zuhause sind Erinnerungen. Der Lieblingsplatz am Fenster. Die vertraute Kaffeetasse. Der Garten, den man über Jahre gepflegt hat. Die Menschen, die zu einem gehören. Und manchmal ist es auch ein vierbeiniger Begleiter, der sich einfach neben uns legt und gar keine Worte benötigt. Je schwerer das Leben wird, desto kostbarer kann dieses Vertraute werden. Deshalb berührt mich ein Gedanke der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung ganz besonders: Nicht der schwerstkranke Mensch muss seine vertraute Welt verlassen, um spezialisierte Hilfe zu bekommen – die Hilfe kommt zu ihm. Natürlich kann nicht jede medizinische Situation zu Hause bewältigt werden. Aber wo es fachlich verantwortbar und möglich ist, kann die SAPV dazu beitragen, Sicherheit zu schaffen, Beschwerden zu lindern und auch den Angehörigen ein Stück ihrer Angst zu nehmen. Für mich ist das eine besonders menschliche Form moderner Medizin. Denn manchmal bedeutet Lebensqualität nicht mehr, noch möglichst viel Neues zu erleben. Manchmal bedeutet Lebensqualität einfach: noch möglichst lange dort sein zu dürfen, wo man deham ist. y auch zu Hause professionell begleitet und versorgt werden können, finde ich bemerkenswert. Es zeigt, welchen Stellenwert Würde und Menschlichkeit auch in der letzten Lebensphase in unserer Gesellschaft haben.“ y Text: Dr. jur. Angela Scheugenpflug und Daniela Ringe
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