Zur Weihnachtszeit sind fast alle Felder im Wonnegau abgeerntet und schier unbegrenzte Flächen tun sich auf. Die Bäume haben ihr Laub verloren und geben den Blick in die Weite frei. Auch wenn die Werbung unsere Erwartung schürt, dass nur die weiße Weihnacht die richtige, wahre Weihnacht ist, wird alles dafür getan, dass die Familie sich wohlfühlt und das Fest zu etwas Besonderen wird. Nostalgie pur! Es wird üppig eingekauft, wohlschmeckend gekocht, mehr als gewohnt gegessen und sicherlich ein wenig über die Stränge geschlagen. Und sonst so?
Mal etwas Neues wagen!
Sitzen Sie gemütlich als Familie beisammen, backen Sie Plätzchen oder nutzen Sie die Zeit, um Filme zu schauen? Laden Sie die Familie, die Eltern und Großeltern ein, oder sind Sie dort eingeladen? So wie immer, so wie jedes Jahr? Der Familienspaziergang gehört ebenfalls dazu, auch wenn er nicht immer auf große Begeisterung stößt. Ein wenig Bewegung tut schließlich gut. Also geht’s mit den manchmal quengelnden Familienangehörigen im Schlepptau nach draußen. Gemischte Gefühle machen sich breit.
Schon mal an den Weihnachtsdrachen gedacht?
Wie wäre es, wenn Sie Ihr Weihnachtsfest unter das Motto „Den Weihnachtsdrachen fliegen lassen“ stellen? Ja, Sie haben richtig gehört. Den Weihnachtsdrachen steigen lassen. Viele weihnachtliche Erzählungen drehen sich um den Weihnachtsdrachen. Zum Beispiel erzählt eine Vorlesegeschichte davon, „was Drachen an Weihnachten machen“. Oder es wird von „Spekulatius – dem Weihnachtsdrachen“ berichtet – auch als Hörbuch. Warum nicht davon den Kindern erzählen oder gemeinsam den Geschichten lauschen? Warum nicht kleine Drachenerzählungen verschenken, den Baum in diesem Sinne schmücken oder Plätzchen in Drachenform ausstechen? Warum nicht gemeinsam in der Familie einen Weihnachtsdrachen basteln, um diesen dann, während des Familienspaziergangs, in den Himmel steigen zu lassen? Die abgeernteten Felder bieten sich dafür an. Mords Spaß ist garantiert! Und eine ausgelassene Stimmung wird sich über die Weihnachtstage breitmachen.
Basteln und gestalten Sie gemeinsam den Drachen
Zu den bekanntesten und am einfachsten zu „fliegenden“ Drachen zählt der Einleiner-Drache. Dieser hat, sein Name ist Programm, nur eine Leine, mit der er geführt wird. Dadurch eignet er sich ideal für Kinder, wenn diese den Drachen fliegen lassen möchten und noch keine große Erfahrung im Drachensteigen haben. Viel Material benötigt man zum Basteln nicht. Ein wenig Seidenpapier oder Transparentpapier, Krepppapier, eine 5 m lange Drachenschnur, ein Bleistift etc. Anleitungen finden Sie im Internet. Dort können Sie bequem die benötigten Materialien oder bereits komplette Bastelpakete bestellen.
Vorfreude wecken
So ein besonderer Drache ist in relativ kurzer Zeit fertiggestellt. Viel Freude macht allen Bastelbegeisterten auch die Gestaltung des Weihnachtsdrachens. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Vielleicht basteln Sie auch mehrere Drachen gemeinsam mit der Familie. Der Tag des Bastelns ist damit auf alle Fälle gerettet und die Vorfreude, am nächsten Tag nach draußen zu gehen und diesen steigen zu lassen, groß.
Drachensteigen: Nicht immer ganz einfach, aber schnell zu erlernen
Einen Weihnachtsdrachen steigen zu lassen, folgt bestimmten Abfolgen. Woher kommt der Wind? Wie viel Leine benötigt er und wie muss die Balance zwischen Anziehen und Loslassen des Drachens gehalten werden? Ein wenig Übung und Erfahrung braucht es da schon. Kinder sind hier recht schnell dabei und entwickeln ein gutes Gespür dafür. Etwas, was uns Erwachsenen oftmals verloren gegangen ist.
Reflektieren Sie doch mal Ihr eigenes Verhalten, während Sie den Drachen steigen lassen
Bevor der Drache sich in die Lüfte erheben kann, ist die erste Frage zu klären: Woher kommt. Gegenwind oder Rückenwind. Wissen Sie eigentlich immer, woher der Wind kommt? Oder neigen Sie im Leben eher dazu, erst mal „irgendwie“ aktiv zu werden im Sinne: Es wird schon die richtige Windrichtung (gewesen) sein?
Um den Drachen weiter in den Himmel steigen zu lassen, benötigt er eine Leine. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Den Drachen loslassen … für uns im Alltag ebenfalls nicht immer einfach umzusetzen. Loslassen, Druck nehmen, aber gleichzeitig auch die Führung nicht verlieren. Beim Drachensteigen hat dies Priorität. Und im Leben auch!
Ist der Weihnachtsdrache in der Luft, muss die Balance gefunden werden zwischen einem leichten Zug, also locker-zulassen und loszulassen und auf der anderen Seite festem, kräftigem Anziehen, damit der Drache nicht herabstürzt. Im Leben versuchen wir ja auch, zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln.
Kindheitserinnerungen wachrütteln
Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit, als Sie den Drachen in den Himmel haben steigen lassen? Geben Sie diese Erinnerungen an die nächste Generation weiter. Schwelgen Sie in nost-algischen Gefühlen, denn auch das steht für die Weihnachtszeit. Nehmen Sie das Geschenk an, über das Drachensteigen sich selbst wieder näherzukommen.
Es ist an der Zeit, den Weihnachtsdrachen steigen zu lassen. Ihnen ein glückliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr 2026.
Text: Susanne Lusiardi
MediumdeVita
Susanne Lusiardi
Heilpraktikerin für Psychotherapie und seelische Gesundheit
Telefon: 0163 7402926







