32 Wonnegauer Magazin Gesundheit Ein Apfel für die Zukunft Selten fühlten sich die Geschehnisse und Entwicklungen in der Welt so herausfordernd und für viele von uns so belastend an wie in diesen Zeiten. Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten und unkontrollierbar. Wir erleben, wie schnell unser angenehmes Leben Einschnitte erleiden kann. Leid, Hunger, Gewalt. Wie also damit umgehen, dass ganz nah bei uns Menschen sterben durch einen Krieg, während wir hier in einem der schönsten, fruchtbarsten und insbesondere befriedeten Landstrich Deutschlands leben. Ist es gerechtfertigt, dass wir mehr oder weniger unbeschwert so weiter leben wie bisher? Wie können wir mit diesem Spannungsfeld umgehen, um hoffnungsvoll an eine Zukunft für uns zu glauben? Informationen sind wichtig, aber zu dosieren Die Informationsflut ebbt nicht ab. Der Nachrichtenmasse ist kaum nachzukommen. Der Körper ist in einem dauerhaften Alarmzustand. Der Hormonspiegel von Adrenalin und Cortisol, die klassischen Stresshormone, sind permanent erhöht. Ein dauerhafter Stresszustand entsteht, der zu körperlichen Beschwerden führen kann. Grübelschleifen beginnen sich ihre Wege zu bahnen. Abhilfe schafft das dosierte Aufnehmen von Informationen. Am besten nicht nach 18 Uhr am Abend und nicht gleich nach dem Aufstehen am Morgen. Beides beeinflusst unsere Gestimmtheit enorm zum einen in das Hineinkommen in den Tag wie auch das Übergleiten in einen erholsamen Schlaf. Günstig scheint daher die Mittagszeit zu sein, um Informationen aufzunehmen und diese über den Tag hinweg besser verarbeiten zu können. Bedenken Sie immer: Unabhängig davon, wie häufig wir Nachrichten hören oder lesen, an der herausfordernden Situation verändert sich dadurch nichts. Kraft durch Erholungsräume Erholungsräume ermöglichen, sich mit der Natur zu verbinden und in sich ruhiger und gelassener zu werden. Machen Sie Ausflüge in den Wald und tauchen Sie ganz bewusst in die Waldluft ein. Nachweislich wird dort der Cortisolspiegel, der für Belastungen steht, gesenkt. Fahren Sie an den Rhein oder umrunden Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad einen der vielen Seen. Lassen Sie sich den Wind um die Nase wehen – der Wonnegau bietet viele Möglichkeiten dafür. Genießen Sie das Rebenmeer das uns umgibt und fühlen Sie die Struktur in den Weinfeldern. Die Geordnetheit färbt auf unsere Seele ab. Oder Sie tauchen ein in ein Hobby oder gönnen sich ein spannendes Buch. Vielleicht besuchen Sie auch eines der wunderschönen Cafes im Wonnegau und genießen einfach das Dasein. Der Erhalt der eigenen Kräfte sowie die darüber sich verfestigende Verknüpfung zum eigenen ICH bewirken, den eigenen Boden wieder zu spüren, der Realität klarer und kraftvoller gegenübertreten zu können. Nur mit dem sicheren Boden unter den Füßen kann in der Gegenwart Zukunft gestaltet werden. An die Zukunft glauben – sich dem Leben zuwenden Martin Luther wird zugeschrieben im ungefähren Wortlaut gesagt zu haben: Auch wenn die Welt morgen unterginge, ich würde heute noch einen Apfelbaum pflanzen. Im übertragenen Sinne wird die möglich erschreckende Zukunft zum Begleiter angenommen und ihr damit der Schrecken genommen. Denn heute, in der Gegenwart, wird gestaltet, was vor uns liegt, in der Hoffnung und dem Glauben, dies dann auch in der Zukunft wachsen zu sehen. Somit werden Gedanken bewusst zum Leben hin ausgerichtet. Ein Apfel für die Zukunft – probieren Sie es aus! Legen Sie sich einen Apfel an eine Stelle in der Wohnung, die Sie häufig in Ihrem Alltag mit den Augen streifen – vielleicht auf dem Esstisch, Schreibtisch oder einem Sideboard. Oder besser: pflanzen Sie einen Apfelbaum. Und jedes Mal, wenn Sie den Apfel oder Ihren Apfelbaum betrachten, verankert sich der tröstliche Gedanke mit der Realität. Nur durch die Gestaltung der Gegenwart können wir die Zukunft gestalten. Nutzen wir also die Gestaltungsspielräume, die uns der Südliche Wonnegau vor unserer Haustüre bietet.1) Ihre Susanne Lusiardi Susanne Lusiardi (Heilpraktikerin) Heilpraxis für Psychotherapie und Seelische Gesundheit 67591 Mölsheim · Telefon: 0163 74029 6 www.mediumdevita.de Besonderes Angebot: Seminar Wechseljahre am 29. Juni 1) Es handelt sich bei dem Artikel um eine veränderte und gekürzte Fassung von S. Lusiardi, veröffentlicht im behrs Verlag 2022.
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