Wonnegauer Magazin März–Mai 2026

22 Wonnegauer Magazin Endergebnis: Es gibt ihn doch, den feinen Unterschied! Der Frühling naht ganz langsam und mit ihm die Hoffnung auf Sonne, Wärme und vor allem weniger Krankheitstage. Vielleicht hat Sie in diesem Jahr die Influenza erwischt, vielleicht die fiebrige Bronchitis oder einfach „nur“ eine dicke fette Erkältung. Dazu der Schnee, die Kälte und gleichzeitig die trockene Heizungsluft – ziemliche Herausforderungen für unseren Körper. Wie schön, wenn das Jahr sich nun ganz zaghaft öffnet. Auch Max Werner aus Eich* in Rheinhessen ist hoffnungsvoll. In diesem Jahr hat es ihn ziemlich erwischt. Mehrfach musste er in diesem Jahr das Bett hüten, während seine Frau weiterhin gesund blieb und ihn umsorgte. Zum Glück! Einmal war er so erschöpft, dass selbst das Essen viel zu anstrengend für ihn war. Er fragt sich, warum seine Frau nicht krank geworden ist. Ist es reiner Zufall? Das Spiel der Natur Die Beobachtung ist nicht neu. Und so haben sich diese Frage bereits viele Mediziner und Forschende gestellt. Warum werden Männer von Infektionen häufiger und ggf. heftiger betroffen als Frauen? Welche Strategie verfolgt hierbei unser Körper? Das Spiel beginnt … Anpfiff Zunächst muss festgehalten werden, dass das Immunsystem, also das Abwehrsystem, bei Mann und Frau ziemlich gleich ist. Bestimmte Zellen erkennen, wenn Eindringlinge sich Zutritt zu unserem Körper verschafft haben, und reagieren darauf. Sie machen die Eindringlinge direkt unschädlich oder aber sie beauftragen andere Zellen, die Gegner zu attackieren. Also müssten Frauen wie Männer beim Kontakt mit schädlichen Erregern genauso häufig erkranken wie Männer, oder? Der Spielverlauf scheint ziemlich offen. 1:0 für die Frauen Forscher haben herausgefunden, dass dem nicht ganz so ist. Vielleicht haben Sie schon von Interferon gehört, einem körpereigenen Stoff, der gegen Viren wirkt. Um diesen im Körper zu aktivieren, wird ein körpereigenes Eiweiß benötigt, das von einem Gen produziert wird. Dieses Gen, das die Reaktion zur Produktion von Interferon in Gang bringt, reagiert auf Östrogen, das weibliche Sexualhormon. Und wenn dieses Gen auf Östrogen trifft, dann wird die Kettenreaktion in Gang gesetzt. Wie Dominosteine, die aufgereiht bei Antippen des ersten Steines nacheinander umkippen. Der Auslöser hier ist das Östrogen. Einspruch des Schiedsrichters Stopp, werden Sie sagen, Östrogen ist doch auch im männlichen Körper vorhanden. Das heißt, die Kettenreaktion der Dominosteine müsste doch dort ebenfalls in Gang gesetzt werden. Das ist auch richtig, aber wie immer in unserem Körper bestimmt die Dosis die Wirkung und somit die Reaktion. Müssen oder dürfen wir uns also damit abfinden, dass Frauen im Allgemeinen besser vor Infektionen geschützt sind? Gesundheit Bild: © maxbelchenko/AdobeStock

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